La Couturière
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Die ersten Schritte in die historische Schneiderecke

Mein erster Besuch in Kaltenberg und die dortige nette Unterhaltung mit einer gewandeten Besucherin, weckten in mir den Wunsch, auch einmal solche Kleidung anzufertigen und sie auf den entsprechenden Events zu tragen.

Aller Anfang ist bekanntlich schwer, aber die ersten "Gehversuche" wurden unternommen,  Kontakte geknüpft und von diesen auch die wichtigsten Ratschläge bekommen um nicht gleich mit den größten Fehlern der historischen Gewandschneiderei anzufangen.

So gab es und wird es in den von mir angefertigten Gewändern NIE einen Reißverschluß geben. Das ist ein absolutes NO GO! Betrifft übrigens auch die Hosen für die Herren.

Paisley-Muster in Stoffen gibt es ebenfalls nicht in der Renaissance, ebenso Stoffe mit wahnsinnig überladenen Metallfasern, die in der Sonne blinken wie eine Schmeißfliege auf dem Mist.

In den nachfolgenden Gewändern wurden Schnürungen gearbeitet, die Mieder noch fest ins Oberteil eingearbeitet, jetzt nähe ich das separat, alle sichtbaren Verschlußarten werden nach Möglichkeit per Hand genäht und nicht mit der Maschine. Es gibt auch keinerlei Druckknöpfe oder Klettverschlüsse, denn auch die waren zur damaligen Zeit noch nicht erfunden.

Ebensowenig  wie Edelsteine und Perlen aus Kunststoff. Schon von Anfang an verwende ich hochwertige Glasmaterialien als Edelsteinersatz. Der Griff zu besseren Materialien macht sich durchaus bezahlt, werden doch die Gewänder sehr strapaziert. Es hält einfach mehr aus.

An diese Grundlagen habe ich mich von Anfang an gehalten,  immer wieder neues dazu gelernt und der Lernprozess hört nie auf.

Diese Kleid, mit Chemise und Rock, sowie Reifrock, war mein erster Versuch , Renaissancegewänder anzufertigen. Allerdings damals noch nicht nach Gemälden, sondern ich habe diese nur als Anregung und Richtlinie genommen. 

Es ist ein Tudorkleid, 6,50 Meter Samt sind darin verarbeitet, sowie ein Mischmaterial aus Baumwolle und Viscose, das ich für den Unterrock verwendet habe.

Die Borte würde ich heute nicht wieder verwenden, da ist mir zu viel Metallfaden verarbeitet. Auch einen Reifrock vermeide ich bei meinen heutigen Arbeiten. Ausnahme, in der entsprechenden Epoche gab es ihn (z.B. spanische Renaissance). Meist mache ich jedoch einen Unterbau aus 4-5 Röcken, die zu einem Unterrock am Bund zusammen gefasst werden und auch die Methode Stufenrock hat sich gut bewährt.

Einhundert Stunden Arbeit stecken in diesem Gewand, es ist mit smaragd-und rubinfarbenen Swarovski-Steinen sowie cremfarbenen Swarovski-Perlen besetzt.

Die Kopfbedeckung, ein Taffeta Pipkin und das Haarnetz, hat "Die Behüterin", Daniela Engel, angefertigt.

Das Geschmeide, das ich dazu tragen durfte, war eine Leihgabe und ganz edel, es war besetzt mit Diamanten im Rosenschliff und Turmalintropfen.

Für meine Freundin Beate durfte ich  in dieser Zeit auch ein Kleid im Tudorstil nähen.

Wie bei meinem roten Kleid verwendete ich einen Reifrock und einen Unterrock. Die Samtfarbe hat Beate sich selber ausgesucht und sie passt gut zu ihren blonden Haaren. Die Chemise habe ich erstmals aus Seide gefertigt, den Stoff für den unteren Rock erstand ich in einem Gardinengeschäft und er greift die Farben von Samt und Borte wieder auf. Außerdem hat er ein wunderschönes Renaissancemuster (Granatapfel).

Der Schmuck, den sie dazu trägt, kam aus den USA und ist eine Replik eines Originals aus der Renaissance. Auch der Fächer ist aus dieser Quelle.

Es waren wiederum 100 Stunden Arbeit für das Gesamtprojekt, den ganzen Unterbau mit inbegriffen und 7 Meter Samt trägt Beate spazieren.

Die Kopfbedeckung, ein Attifet, hat "Die Behüterin", Daniela Engel, angefertigt.

Für Frank erfüllte ich mit meiner Näharbeit einen lang gehegten Wunsch, einmal in eine andere Rolle zu schlüpfen. Durch seine Statur hat es sich angeboten, im Stil von Heinrich VIII. ein Gewand anzufertigen.

Die Stoffe hat Frank sich selber ausgesucht und so kam das Material für den Wams aus den USA, eigentlich Möbelbezugsstoff, aber mit einem sagenhaft schönen Renaissancemuster. Passend dazu wurde dann der Samt für die Schaube bestellt. Der Pelz ist ein qualitativ guter Kunstpelz und schaut echtem Pelz zum verwechseln ähnlich. Für die Hose habe ich ein Gemisch aus Wolle und einem kleinen Anteil (Fans der Historie mögen es mir verzeihen) Elastan verwendet. Für Frank und seine  Beweglichkeit bei dem damaligen Hosenschnitt ein großer Vorteil. Heute fertige ich die Hosen nach anderen Schnitten, da kann man auch feste Stoffe verwenden ohne dass es irgendwo zwickt und kneift.

Durch den Möbelbezugsstoff hat das Gewand natürlich ein entsprechendes Gewicht bekommen und hält nicht nur im Winter schön warm. (Also nichts für Weicheier. ;-) )

Die Kuhmaulschuhe sind Maßanfertigung von einem Theaterschuh-Hersteller und die Kopfbedeckung, ein Barett, von "Die Behüterin" Daniela Engel.

Meine Tochter Carolin hatte den Wunsch endlich einmal adäquat, mit einem Gewand des Mittelalters gekleidet, in Kaltenberg die Ritterspiele zu besuchen. Dem Wunsch kommt man als Mutter natürlich nach, zumal es ihr Geburtstag war, an dem wir in Kaltenberg waren.

Nein, sie ist kein kleines Kind mehr, auch wenn man es anhand des Fotos vermuten könnte, sie ist eine erwachsene junge Frau, die aber nur 1.57 Meter groß geworden ist. Das spart natürlich Material. ;-)

 

Für das Kleid verwendete ich einen  dunkelroten Leinen/Baumwollstoff und die Ärmel wurden mit einem dunkelbraunem Brokatstoff abgefüttert.

Die Kopfbedeckung, ein Schapel mit Schleier, fertigte wieder "Die Behüterin", Daniela Engel, an.

Bild des Monats

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last up-date: 23.08.2017 - la-couturière ©